Telefonbetrug: falscher Support, Ping-Anrufe und falsche Bank
Falscher technischer Support, Wangiri-Ping-Anrufe, aggressive Werbung und falsches Microsoft: so erkennen Sie Telefonbetrug und reagieren richtig.
Das Telefon wirkt persönlicher als eine E-Mail, und genau das macht es für Betrüger so wertvoll. Eine Stimme erzeugt Druck und Vertrauen zugleich. Wer die wenigen wiederkehrenden Muster kennt, durchschaut die meisten betrügerischen Anrufe in Sekunden.
Falscher technischer Support
Ein angeblicher Mitarbeiter von Microsoft, Apple oder Ihrem Internetanbieter meldet ein dringendes Problem: ein Virus, ein gehacktes Konto, eine ungewöhnliche Aktivität. Er möchte Ihnen helfen und bittet darum, eine Fernwartungssoftware zu installieren. Sobald er Zugriff hat, kann er Daten stehlen, Schadsoftware einrichten oder Sie zu einer Zahlung drängen. Echte Technikfirmen rufen Privatpersonen nicht unaufgefordert an. Die Grundregel lautet daher: niemals Fernzugriff gewähren.
Wangiri und Ping-Anrufe
Beim Wangiri-Trick, japanisch für "einmal klingeln", entsteht ein verpasster Anruf von einer unbekannten Auslandsnummer. Aus Neugier rufen viele zurück und landen auf einer teuren Mehrwertnummer, die so lange wie möglich in der Leitung hält. Die einfache Antwort: unbekannte Auslandsnummern nicht zurückrufen und die Nummer blockieren.
Manche Anrufe kommen in Wellen von wechselnden Nummern, sodass das Blockieren einzelner Nummern wenig hilft. Verlassen Sie sich daher nicht auf eine Sperrliste allein, sondern auf die Grundregel: Wer Sie wirklich erreichen will und ein berechtigtes Anliegen hat, hinterlässt eine Nachricht oder meldet sich auf einem nachprüfbaren Weg erneut. Eine verpasste Nummer aus dem Ausland, die Sie nicht zuordnen können, müssen Sie nie zurückrufen.
Falsche Bank und falsche Behörde
Ein Anrufer gibt sich als Ihre Bank aus und meldet eine verdächtige Buchung, oder er tritt als Behörde auf und droht mit einer offenen Forderung. Ziel ist, dass Sie einen Code durchgeben, eine Zahlung freigeben oder Geld verschieben. Das Vortäuschen der Rufnummer macht die Anzeige unzuverlässig, selbst wenn die Nummer Ihrer Bank erscheint. Diese Masche behandeln wir ausführlich im Leitfaden zum Bankbetrug.
Aggressive Werbeanrufe
Nicht jeder lästige Anruf ist Betrug, doch hartnäckige Verkäufer setzen oft auf dieselbe Taktik: künstliche Dringlichkeit, ein Angebot nur "jetzt sofort", Druck zur mündlichen Zusage. Lassen Sie sich nicht am Telefon zu einem Vertrag drängen. Bestehen Sie auf schriftlichen Unterlagen und einer Bedenkzeit. Werbeanrufe ohne Ihre vorherige Einwilligung sind in Deutschland ohnehin unzulässig, Sie müssen sich also zu nichts gedrängt fühlen.
Eine besonders dreiste Spielart ist der Anruf, bei dem Ihnen ein angeblich versehentlich abgeschlossenes Abo oder Gewinnspiel "gekündigt" werden soll, wofür der Anrufer nur kurz Ihre Bank- oder Kontodaten zur Bestätigung braucht. Geben Sie niemals Daten heraus, um etwas abzubestellen, das Sie nie bestellt haben.
Die richtige Reaktion in drei Schritten
Bei jedem verdaechtigen Anruf gilt dieselbe Linie:
- Auflegen. Sie sind zu nichts verpflichtet und müssen nicht höflich bleiben.
- Selbst zurückrufen, über die offizielle Nummer der Organisation, nie über die Nummer, die Sie angerufen hat.
- Nie Fernzugriff gewähren und nie Codes, Passwörter oder Kartendaten durchgeben.
Wenn etwas passiert ist
Haben Sie Fernzugriff erlaubt, trennen Sie das Gerät vom Internet und lassen Sie es prüfen, ändern Sie Ihre Passwörter von einem anderen Gerät aus. Haben Sie Bankdaten genannt, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank über einen offiziellen Kanal. Sichern Sie Nummer, Uhrzeit und Inhalt des Anrufs und erstatten Sie Anzeige.
Viele dieser Anrufe folgen auf eine Phishing-Nachricht oder ein Datenleck. Lesen Sie dazu auch unseren Leitfaden zu Phishing per E-Mail und SMS. Aktuelle Warnungen und Verhaltenstipps bietet die Polizeiliche Kriminalprävention.
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