Wohnungs- und Mietbetrug: ihn vor der Zahlung durchschauen
Zu niedrige Miete, Vermieter im Ausland, Kaution vor der Besichtigung: so erkennen Sie eine gefälschte Mietanzeige und schützen Ihr Geld.
Aktualisiert am 15. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Die Wohnung Ihrer Träume erscheint zu einer erstaunlich niedrigen Miete, untermauert von gepflegten Fotos. Die Anzeige wirkt perfekt, vielleicht zu perfekt. Mietbetrug nutzt die Dringlichkeit der Suchenden in einem angespannten Markt aus: man drängt Sie, schnell zu reservieren, vorab Geld zu zahlen, und die Wohnung war nie zu vermieten.
Wie der Betrüger Vertrauen aufbaut
Der falsche Vermieter kopiert oft eine echte Anzeige oder nutzt gestohlene Fotos. Der Kontakt ist freundlich und reaktionsschnell. Sehr schnell taucht ein Hindernis auf: Er sei ausgewandert, im Auslandseinsatz oder verhindert, die Wohnung zu zeigen. Dann schlägt er eine Lösung vor, die praktisch erscheint, aber seiner Falle dient: die Kaution aus der Ferne zu zahlen, die Schlüssel per Post zu erhalten oder über einen falschen Treuhanddienst zu gehen, der die Transaktion angeblich absichert.
Das Ziel ist immer dasselbe: eine Überweisung zu erhalten, bevor Sie einen Fuß in die Wohnung setzen.
Die Hinweise einer gefälschten Anzeige
Mehrere Elemente sollten sofort Ihre Wachsamkeit wecken.
- Eine deutlich niedrigere Miete als marktüblich für die Lage und die Fläche.
- Ein unerreichbarer Vermieter per Telefon oder angeblich im Ausland.
- Eine Kaution oder Anzahlung, die vor jeder Besichtigung gefordert wird.
- Ein Versprechen, die Schlüssel per Post oder Kurier zu schicken.
- Ein Druck zur sofortigen Zahlung, um das Objekt nicht zu verlieren.
- Anderswo gefundene Fotos: eine umgekehrte Bildersuche findet sie oft in anderen Anzeigen wieder.
Die goldene Regel: besichtigen vor dem Zahlen
Keine Reservierung, keine Kaution, keine Gebühr rechtfertigt sich, solange Sie die Wohnung nicht besichtigt und den Vermieter oder seinen Bevollmächtigten getroffen haben. Ist eine persönliche Besichtigung unmöglich, verlangen Sie eine Live-Videobesichtigung und gleichen Sie die Informationen ab: Name des Vermieters, genaue Adresse, eventuelle Beteiligung einer Agentur. Eine Anzahlung erfolgt erst bei der Unterzeichnung eines ordnungsgemäßen Mietvertrags.
Bei Zweifeln an einer Anzeige oder Nachricht geben Sie den Text oder den Link in unseren Betrugs-Test für eine erste kritische Lesung. Und erinnern Sie sich an die wesentliche Vorgabe: überweisen Sie nie eine Kaution an einen Unbekannten, den Sie nicht getroffen haben.
Wenn Sie bereits gezahlt haben
Sammeln Sie alle Beweise, bewahren Sie den Schriftverkehr und die Überweisungsdaten auf und kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank, um die Buchung zu melden und ein Verfahren zu versuchen. Je früher Sie handeln, desto höher die Chance, die Gelder zu blockieren.
Um diesen Betrug unter den anderen Fallen rund um Wohnung und Arbeit einzuordnen, lesen Sie den Leitfaden Job- und Wohnungsbetrug. Weitere Hilfe und Hinweise finden Sie bei der Verbraucherzentrale.
FAQ
- Darf ein Vermieter eine Kaution vor der Besichtigung verlangen?
- Nein. Eine Anzahlung, Kaution oder Reservierungsgebühr zu zahlen, bevor Sie die Wohnung besichtigt und einen Mietvertrag unterschrieben haben, ist ein massives Warnsignal. Kein seriöser Vermieter verlangt Geld von jemandem, der die Wohnung nicht einmal gesehen hat.
- Der Vermieter sagt, er schicke die Schlüssel per Post. Ist das normal?
- Nein. Das ist ein klassisches Betrugsszenario: Er behauptet, im Ausland zu sein, lässt Sie die Kaution überweisen und verspricht dann, die Schlüssel zu schicken. Sie erhalten nie etwas. Bestehen Sie immer auf einer echten Besichtigung.
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