Unabhängige Information gegen Betrug, europaweit
Zum Inhalt springen
arnaque.eu

Förderbetrug: gefälschte Behördenportale und Prämien erkennen

Gefälschte Förderungen, falsche Behördenportale, erfundene Prämien und falsche Bußgeld-Zahlungen: so erkennen Sie Förderbetrug und nutzen nur echte Domains.

Förderprogramme, Zuschüsse und Rückerstattungen sind komplex, und genau diese Unübersichtlichkeit machen sich Betrüger zunutze. Sie geben sich als Amt, Energieversorger oder Behörde aus und versprechen Geld oder drohen mit einer Strafe. Das Ziel ist immer dasselbe: Ihre Daten oder eine Zahlung, bevor Sie die Echtheit prüfen.

Die wiederkehrenden Maschen

Gefälschte Förderungen locken mit Zuschüssen, die es so nicht gibt, etwa für Heizung, Sanierung oder Energie. Um die Hilfe zu "freizuschalten", sollen Sie Daten preisgeben oder eine Bearbeitungsgebühr zahlen. Gefälschte Behördenportale kopieren das Erscheinungsbild echter Ämter, um Ausweis- und Kontodaten abzugreifen. Erfundene Prämien kommen als frohe Botschaft per E-Mail oder SMS: Ihnen stehe eine Rückerstattung zu, ein Klick genüge. Und bei der falschen Bußgeld-Zahlung wird mit einer angeblich offenen Strafe Druck aufgebaut, oft samt drohender Mahngebühren.

Viele dieser Fälle beginnen mit einer Nachricht, die Sie zum Klicken drängt. Wie Sie solche Nachrichten entlarven, beschreibt unser Leitfaden zu Phishing per E-Mail und SMS.

Diese Maschen folgen oft dem Rhythmus des echten Lebens. Rund um Steuererklärungen, Energiepauschalen oder neue Förderprogramme steigt die Zahl gefälschter Nachrichten spürbar, weil viele Menschen ohnehin eine entsprechende Mitteilung erwarten. Genau diese Erwartung machen sich Betrüger zunutze. Eine Nachricht, die zufällig zum richtigen Zeitpunkt kommt, wirkt glaubwürdiger, ist deshalb aber nicht echter. Bleiben Sie auch dann skeptisch, wenn das Thema gerade in aller Munde ist.

Die eine Regel: nur offizielle Domains

Der wirksamste Schutz ist zugleich der einfachste. Nutzen Sie ausschließlich die offiziellen Domains der Behörden und rufen Sie diese selbst auf, statt einem Link zu folgen. Echte Behörden in Deutschland verwenden offizielle Adressen, häufig mit der Endung .bund.de oder den Domains der Länder und Kommunen. Tippen Sie die Adresse selbst ein oder verwenden Sie ein Lesezeichen, das Sie zuvor geprüft haben.

Achten Sie auf Details: eine fremde Endung, ein zusätzliches Wort in der Adresse, ein verkürzter Link. Eine echte Förderung verlangt zudem nie eine Vorauszahlung, um ausgezahlt zu werden.

Besonders perfide sind gefälschte Vermittler, die sich anbieten, einen Antrag gegen Gebühr "für Sie" zu stellen. Anträge auf staatliche Hilfen können Sie in aller Regel selbst und kostenlos stellen. Wer Geld dafür verlangt, eine ohnehin kostenlose Leistung zu beantragen, verdient an Ihrer Unsicherheit. Im Zweifel wenden Sie sich direkt an die zuständige Stelle und fragen nach dem offiziellen Weg.

Prüfen, bevor Sie handeln

Ein paar Sekunden Aufmerksamkeit ersparen viel Ärger.

  • Lesen Sie die Absenderadresse und die Linkadresse genau, Buchstabe für Buchstabe.
  • Misstrauen Sie jeder Dringlichkeit und jeder Drohung mit Strafe oder verfallender Frist.
  • Geben Sie nie Ausweis-, Konto- oder Kartendaten auf einer Seite ein, die Sie über einen Link erreicht haben.
  • Prüfen Sie ein angebliches Bußgeld oder eine Forderung direkt bei der genannten Stelle, die Sie selbst aufrufen.

Wenn Sie Daten oder Geld preisgegeben haben

Handeln Sie schnell. Haben Sie Zugangsdaten eingegeben, ändern Sie die Passwörter und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Haben Sie gezahlt oder Bankdaten genannt, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank über einen offiziellen Kanal. Sichern Sie Beweise und erstatten Sie Anzeige.

Gestohlene persönliche Daten münden oft in Identitätsdiebstahl, daher lohnt es, Ihre wichtigsten Konten zu prüfen. Eine verlässliche Quelle für aktuelle Warnungen und Anleitungen ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Passende Beiträge