Paket-Betrug per SMS: erkennen und richtig reagieren
Eine SMS meldet ein zurückgehaltenes Paket und fordert eine Gebühr. So funktioniert diese weit verbreitete Masche und so reagieren Sie richtig.
Aktualisiert am 15. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Das Szenario kennt fast jeder. Eine SMS warnt, dass ein Paket nicht zugestellt werden konnte und dass eine kleine Summe, oft ein oder zwei Euro, für die Freigabe fällig sei. Der Link führt zu einer Seite in den Farben eines bekannten Zustellers. Alles wirkt glaubwürdig, und genau das ist das Ziel.
Wie die Masche aufgebaut ist
Der niedrige Betrag ist kein Versehen, sondern der Schlüssel zur Falle. Zwei Euro zu zahlen erscheint harmlos, also lassen Sie Ihre Vorsicht sinken. In Wahrheit dient die Seite nur dazu, Ihre Kartennummer, das Ablaufdatum und die Prüfziffer abzufangen. Diese Daten werden danach für Einkäufe genutzt oder weiterverkauft.
Auch der Zeitpunkt zählt. Die Wellen verstärken sich rund um Feiertage und Schlussverkäufe, wenn tatsächlich jeder eine Lieferung erwartet.
Das falsche Paket erkennen
Bevor Sie klicken, nehmen Sie sich drei Sekunden zum Hinsehen:
- Der Absender ist eine gewöhnliche Handynummer, kein offizieller Kanal des Zustellers.
- Der Link verweist nicht auf die offizielle Domain, er nutzt eine ähnliche Adresse oder einen Kurzlink.
- Eine Zahlung wird online und unter Zeitdruck für eine Lieferung verlangt.
Sie können die Adresse des Links in den Link-Prüfer kopieren oder die gesamte SMS in den E-Mail- und SMS-Analysator einfügen, um eine Risikoeinschätzung zu erhalten.
Die richtige Reaktion
Klicken Sie nicht. Wenn Sie wirklich ein Paket erwarten, öffnen Sie die offizielle App oder Website des Zustellers und prüfen Sie die Sendungsverfolgung selbst. Löschen Sie die SMS und melden Sie sie anschließend.
Wenn Sie Ihre Karte bereits eingegeben haben, sperren Sie sie ohne Verzögerung und beobachten Sie Ihre Kontoauszüge. Ein Antivirus mit Anti-Phishing-Schutz kann solche betrügerischen Seiten ebenfalls vorab blockieren, auf dem Smartphone wie am Computer.
Um die Gesamtmechanik und die weiteren Vorwände zu verstehen, kehren Sie zum Leitfaden Phishing per E-Mail und SMS zurück. Weitere Hinweise finden Sie beim BSI.
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FAQ
- Kann ein Zusteller wirklich per SMS eine Gebühr von mir verlangen?
- Zollgebühren gibt es in bestimmten Fällen, doch sie werden niemals über einen per SMS erhaltenen Link beglichen, der unter Zeitdruck eine Kreditkarte verlangt. Im Zweifel nutzen Sie die offizielle Website des Zustellers.
- Ich habe die wenigen Euro bezahlt, ist das schlimm?
- Der Betrag ist nur ein Vorwand, um Ihre Kartennummer abzugreifen. Sperren Sie die Karte sofort, denn die Daten können für weit höhere Abbuchungen genutzt werden.
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